{"id":2918,"date":"2015-11-19T15:33:52","date_gmt":"2015-11-19T14:33:52","guid":{"rendered":"http:\/\/bankis.de\/?p=2918"},"modified":"2015-12-09T14:20:52","modified_gmt":"2015-12-09T13:20:52","slug":"mittwoch-2-abend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bankis.de\/?p=2918","title":{"rendered":"Lviv \/ \u041b\u044c\u0432\u0456\u0432 2: Mittwoch (Abend)"},"content":{"rendered":"<p>Begebe mich nach der Mittagsruhe wieder auf die Stra\u00dfe. Gesch\u00e4ftiges Treiben. Werde abgefangen. Man will mir eine Tour verkaufen. Verschiebe die Entscheidung auf sp\u00e4ter. Ab jetzt regnet es. Schaue mir einige Sehensw\u00fcrdigkeiten im vorbei gehen an. Beschlie\u00dfe, einen Grusiner zu kontaktieren, also grusinisch Essen zu gehen. Kontakt mit dem Personal wird per App hergestellt. Wei\u00df jetzt, wie das Zeug hei\u00dft, nicht was drin ist. Bekomme Teigtaschen mit Hackfleisch gef\u00fcllt, dann so was wie Pizza nur mit K\u00e4se. Hake es ab.<br \/>\nSehe mir eine Fotoausstellung an. Es geht um die Maidan-Proteste und den Krieg im Donbas. An Fotos mit Leichen wurde nicht gespart. \u00dcberhaupt auff\u00e4llig in der Stadt: viele sehr junge Soldaten, manchmal zusammen mit ihren M\u00e4dchen.<br \/>\nGehe in eines der ber\u00fchmten Kaffeeh\u00e4user und bekomme tats\u00e4chlich Mohnkuchen. Die Bedienung spart nicht am Wortschwall. Momentan k\u00e4me ich mit der Anzahl ihrer Worte pro Minute einen ganzen Tag aus.<br \/>\nMit Beginn der D\u00e4mmerung verst\u00e4rkt sich die Gesch\u00e4ftigkeit noch mal deutlich. Ist jetzt ein bisschen wie Berlin.<br \/>\nBesuche die Philharmonie. Sch\u00f6nes Geb\u00e4ude. Hinter der B\u00fchne ist eine Orgel installiert. Die Pfeiffen haben deutliche Dellen. Der Saal ist voll. Das Publikum ist bunte gemischt, auch Familien mit ihren Kindern. Gespielt wird Tango-Musik, begleitet von Tanzpaaren und ideenreichen Schattenspielen hinter einer Leinwand. Irgendwie muss es immer Gr\u00fcnde f\u00fcr die Zuschauer geben, nach jedem gespielten Titel raus zu gehen. Immer wieder klingeln Handys. Das \u00e4ndert sich auch nicht deutlich, als die Ansagerin darauf hinweist. Viele Besucher haben Blumen dabei, die sie den Akteuren am Ende unter tosendem Applaus \u00fcberreichen.<br \/>\nGehe in den angeblich ersten Pub der Ukraine, direkt unter der Philharmonie. Werde mit der Bedienung einig, dass sie mir neben dem Bier H\u00e4hnchen bringen soll. Nicht schlecht, wie sie so ein Gefl\u00fcgel nachmachen kann. Zum Dank lasse ich das Trinkgeld etwas h\u00f6her ausfallen. Nett: Der Chef verteilt es im Anschluss gleich an beide Bedienungen.<br \/>\nEin paar Meter weiter sto\u00dfe ich auf den Pub &#8222;Bierlin-Lemberg&#8220;. Cooler Name. Das Bier kommt vom Fass in eine Flasche und danach ins Glas. Warum? Der Laden wird eher von jungen Leuten frequentiert. Der Tisch klebt ordentlich. Muss wahrscheinlich so sein. Geraucht wird \u00fcbrigens \u00fcberall drau\u00dfen. Warum sind die hier eigentlich nicht in der EU?<br \/>\nSitze sp\u00e4ter im Hostel mit dem Angestellten und seinen drei Kumpels zusammen. Sie k\u00f6nnen &#8220; Was wollen wir trinken, sieben Tage lang&#8220; auswendig, was wir dann auch getan haben. Befragt nach ihren Problemen, hei\u00dft es, der schlecht Wechselkurs wird nur zum Problem, wenn sie ins Ausland wollen. Im Inland passen sich die Preise an. Das Bier in der Kneipe kostet nicht mehr, wie 20 Griwna, Wechselkurs momentan 1:27. Zur Armee wollen sie eigentlich nicht, m\u00fcssten aber nach dem Studium. Sie sagen, haupts\u00e4chlich die ungebildeten Leute vom Dorf gehen zur Armee. Der Staat w\u00fcrde die Soldaten nicht ordentlich bezahlen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/bankis.de\/?p=2934\">\u00dcbersicht Blog Lviv<\/a><\/p>\n<h3>Related Images:<\/h3>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Begebe mich nach der Mittagsruhe wieder auf die Stra\u00dfe. 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